Über Uns

Interessenverband natürliche Imkerei „Freie Bienen“

 

Der Verband und seine Mission
Vor etwa 2 Jahren ( März 2015) gründeten ein paar Amateurimker den Interessenverband natürliche Imkerei „Freie Bienen“. Die Satzung beginnt mit unserer Grundsatzerklärung -mit diesen Worten:

Angesichts:

  • andauernden und sich systematisch steigernden Bedrohungen für die Bienen und der Bienenhaltung, in Bezug auf die Anwesenheit von Parasiten und Krankheiten in den Bienenstöcken, besonders denen , die verursacht sind durch die Milbe Varroa destructor, die langsam immun wird gegen chemische Substanzen und Bienenvölker und ganze Bienenstände zerstört;
  • unverhältnismäßiges Aussetzen der Honigbienen den chemischen Substanzen die in den Bienenmedikamenten vorhanden sind, besonders Pestizide, Milbenbekämpfungsmittel und Pilzbekämpfungsmittel, die oft in völlig unnötig hohen Dosen verabreicht werden sowohl von Erwerbs- als auch Hobbyimkern und die den Zusammenbruch des Ökosystems des Bienenstockes, Schwächung der genetischen Vorteile der Art und die Verunreinigung der Bienenprodukte bewirken;
  • hohem Rückgang der genetischen Vielfalt, verursacht durch die Selektion auf ökonomische Leistungsfähigkeit der Bienen;
  • des Gebrauchs von Methoden in der Bienenhaltung die die Bienenkolonien extrem ausbeuten;
  • Umweltverschmutzung und Verschlechterung des Ökosystems verursacht durch hohe Ausbeutung landwirtschaftlicher Flächen, was eine Bedrohung der Bienenhaltung und der Honigbienen selbst bedeutet.

Wir, Imker von überall in Polen, halten eine Rückkehr zu den Wurzeln der Imkerei und eine Rückkehr zu den Prinzipien und deren Verbreitung für notwendig und erstellen diesen Verband, der es sich zum Ziel gesetzt hat, sich von negativen Richtungen in der modernen Bienenhaltung abzuwenden und zurückzukehren zu den Prinzipien einer Selektion der Honigbiene auf die Anpassung an die bestehenden Umweltbedingungen (Evolution der Art) und Methoden auszuarbeiten die die natürliche Toleranz gegen diese Bedrohungen in den Bienenständen fördern, besonders in Bezug auf die Varroa destructor.

Wir haben diese Initiative gestartet, weil wir glauben, daß Honigbienen ein normales gesundes Leben auch ohne chemische Eingriffe bestreiten können- und daß deshalb Bienen in ihre ursprüngliche Art zu leben zurückkehren können und wir, die Imker, unbehandelten Honig ernten können für uns, unsere Familien und unsere Kunden. Wir wollten „nein“ zu Medikamenten sagen, die die Umgebung unserer Bienen und die Ernten verunreinigen. Wir wollen unsere Bienen nicht organischen Säuren aussetzen und nicht das Ökosystem im Stock durch ätherische Öle stören. Deshalb haben wir es zu unserem Ziel gemacht, behandlungsfrei zu sein-von jetzt an oder wann immer es möglich ist.

Seit der Gründung unseres Verbandes haben wir enorme Arbeit geleistet. Wir haben eine Webseite erstellt (www.wolnepszczoly.org), und ein Internetforum (www.forum.wolnepszczoly.org). Wir haben viele Texte auf unserer Seite veröffentlicht und 4 Texte im Bienenmagazin „Pszczelarstwo“ (das bedeutet „Imkern“-www.miesiecznik-pszczelarstwo.pl). Wir haben einige Texte von Michael Bush übersetzt (www.bushfarms.com) und Kirk Webster (www.kirkwebster.com) sodass dieses Wissen in Polen bereitsteht für diejenigen Imker, die keine Fremdsprachen haben.( natürlich mit Erlaubnis der Autoren). Alles haben wir umsonst getan-abends, in unserer Freizeit. Jetzt haben wir beschlossen auch etwas über uns zu schreiben, für Menschen aus anderen europäischen Ländern die Beispiele von behandlungsfreier Imkerei suchen-genauso wie wir diese suchen.

Wir, die Mitglieder und unsere Vorgehensweise

Wie ich schon früher sagte sind wir eine Gruppe Amateurimker. Unsere Bienenstände beherbergen von 2-3 Stöcken bis 60 alles. Zusammen haben wir in etwa 170-180 behandlungsfreie Bienenvölker( drei von uns haben 150 aus dieser Anzahl, der Rest sind in kleineren Ständen.), die im Herbst 2014 zuletzt behandelt wurden. 2015 hatten wir gemeinsam etwa 130 Stöcke und haben letztes Jahr im Winter etwa die Hälfte davon verloren. ( der größte Verlust war 50 von 60 Völkern).
Dieses Jahr sind unsere Bienenstände gewachsen. Die Anzahl, die wir jetzt haben sind entstanden durch Ableger und eingefangene Schwärme. dieses Jahr sind die Bienen in einer anderen Verfassung. Manche entwickeln sich gut, manche sind schwach und schwinden. Aber wir hoffen, daß wenigstens 50% der Völker überlebt und nächstes Jahr die Anzahl der behandlungsfreien Stöcke wieder ansteigt.

Wir haben verschiedene Ansätze in Richtung Erfolg ohne Behandlungen. Manche von uns möchten ernten, manche haben in den ersten Jahren der Selektion kein Interesse an Honig. Wir nutzen verschiedene Methoden in den Bienenständen-manche glauben an das „Expansionsmodell“ (Hier kannst du dich informieren:https://www.youtube.com/watch?v=4U4j5yb_g9Y, oder lesen: http://www.beesource.com/forums/showthread.php?279799-Expansion-Model-Beekeeping) und manche ziehen es vor, die Selektion aus normalen Trachtvölkern in ihrer vollen Entwicklung zu machen.

Die meisten von uns glauben an:

  • natürliche Selektion
  • keine Behandlungen
  • keine Störungen im Ökosystem
  • reines Wachs (vorzugsweise mit 4.9 Mittelwand oder Naturbau in freien rahmen)
  • örtliche Genetik (Ableger von Überlebenden)
  • natürliches Futter mit einem Minimum an Zuckerfütterung
  • minimale Eingriffe und Unterbrechungen

Wir haben bienengenetisches Material zusammengetragen von dort, wo wir „vielversprechende Bienen“ vorfanden. Direkt oder indirekt kauften wir Bienen von: Erik Österlund (www.elgon.es/diary/), Juhani Linden (http://www.saunalahti.fi/lunden/varroakertomus.html) ,Roger White (http:/www.superbee-cy.com/), Alois Wallner (http://www.voralpenhonig.at) und auch Mazedonische Bienen (http://www.macbee.org/en/), spanische (Apis mellifera iberensis), schwedische und norwegische (Apis mellifera mellifera). Wir beobachteten, daß auch Bienen mit bestätigten varroaresistenten Eigenschaften oft starben, aufgrund von örtlichen Problemen, ( sie überwinterten schlecht, sie starben an anderen Krankheiten, auch wenn die Varroa nicht in großer Anzahl vorhanden war). Deshalb versuchen wir auch nach örtlicher Genetik zu suchen- örtliche AMM Bienen ( diese Genetik ist leider bei uns kaum vorhanden) die in kleinen Bienenständen noch besteht oder nach der AMcarnica, die vor Jahrzehnten nach Polen kam. Wir haben herausgefunden, daß es eventuell die beste Strategie ist, diese zwei genetischen Vorkommen, resistent ( von Züchtern) und örtliche ( immun auf örtliche Krankheiten und abgehärtet in polnischen Wetterbedingungen) zu vereinen.

Die „Fort Knox“ Initiative

Wir gehen davon aus, daß wahrscheinlich das Hauptproblem behandlungsfreier Bienen in Polen und angrenzender Länder ist, dass es keine wilden Honigbienen gibt. Wilde Populationen sind an den Rand gedrängt worden und höchstwahrscheinlich vollkommen verschwunden in den letzten Jahrzehnten. Bienen schwärmen weniger aufgrund der Imkermethoden und der Genetik und es gibt keine Plätze mehr, wo sie von Menschen ungestört leben können. Deshalb glauben wir, es ist eine gute Strategie, jedes Jahr seinen Bienenstand zu vergrößern um viele Drohnen zu haben und zu versuchen, resistente oder vielversprechende Gene zu verteilen. Deshalb gibt es unter uns welche, die 5-10 Trachtvölker für sich haben wollen, aber jedes Jahr mehr und mehr Völker aufbauen um tote Völker zu ersetzen-und die dann 40-60 Völker haben. Aber manche Imker können sich das nicht leisten und haben immer noch 3-10 Stöcke in einem Bienenstand. Diese haben wenig Chancen, für sich selbst erfolgreich zu sein,- möchten aber trotzdem behandlungsfrei sein, und wir wollen dass soviele kleine Bienenstände wie möglich nicht behandeln. Deshalb haben wir die Initiative „Fort Knox“ gegründet innerhalb des Verbands.

„Fort Knox“ ist die Goldreserve der USA. Deshalb haben wir unsere behandlungsfreien Bienen, unser „Gold“ ,so genannt.Die Initiative verspricht „Absicherung“ aller Imker, die behandlungsfrei sein wollen, aber Angst davor haben, Völker zu verlieren und neu anzufangen. Jeder Imker kann einige seiner Bienenstöcke als „Gemeinschaftsprojekt“ bereitstellen, in welcher Anzahl er oder sie will,aber nicht mehr als die Mitglieder im Projekt ( weil wir in einem schlechten Jahr sonst die Ansprüche nicht erfüllen können). Diese Völker befinden sich in unseren Bienenständen- aber sie müssen behandlungsfrei sein,“vielversprechende“ Genetik haben und nur Überschüsse an Honig darf genommen werden (nur das was die Bienen zur Überwinterung nicht brauchen, so daß kein oder nur ein Minimum an Zucker gefüttert wird). Wenn ein Volk stirbt, bekommt der Imker, der am Projekt teilnimmt, umsonst ein neues Volk von einem anderen Imker, der das Glück hatte, überlebende Bienen zu haben. Wir haben diese Initiative vor einem Jahr gestartet, aber dieses Jahr bekamen schon zwei von uns Völker von anderen. Wir glauben, dass diese Initiative mit der Zeit das Potential hat, mehr und mehr Imker anzusprechen, die dann weniger ängstlich sind in Anbetracht der Aussicht alle Völker zu verlieren und von vorne anzufangen.

Wir hoffen, dass behandlungsfreie, produktive Bienen nicht länger ein unerfüllbarer Traum in Polen sind.

Aus dem Enlischen von Sibylle http://www.vivabiene.de/